| Publikation mit internationalen Autoren,
mit Buchbeiträgen von Prof.
Dr. Johann Eekhoff und Dipl.-Volksw. Christiane Moch sowie
Dr. Steffen J. Roth.
Seit Ende Oktober ist die beim SPRINGER-Verlag erschienene
gleichnamige Publikation mit Prof. Eekhoff als Herausgeber
im Handel erschienen. Hier
gelangen Sie zu der Buchinformation und Bestellseite beim
Springer-Verlag. Hier finden
Sie eine Buchbesprechung aus der FAZ vom 8.11.2004.
Das Otto-Wolff-Institut für Wirtschaftsordnung hat unter
der Leitung von Prof. Eekhoff an dem umfangreichen und international
ausgerichteten Forschungsprojekt “Competition Policy in Europe”
gearbeitet. Dieses Projekt wurde vom Otto-Wolff-Institut in
Kooperation mit der europäischen Organisation EPPA
(European Public Policy Advisors) mit Sitz in Brüssel organisiert
und durchgeführt.
Ziel des Projektes war es, die Bedeutung von Wettbewerb und
Wettbewerbspolitik und die aus einer liberalen Wettbewerbsordnung
resultierenden Vorteile aufzuzeigen. Wettbewerbsprinzipien
werden nicht nur von staatlicher Seite – z. B. durch die Vergabe
von Subventionen – und von privatwirtschaftlicher Seite missachtet,
sondern einzelne Wirtschaftsbereiche werden bislang beinahe
vollständig vom Wettbewerb ausgenommen, wie z.B. der Gesundheitssektor.
Es gilt, die Wettbewerbsprinzipien neu zu formulieren und
die Begründungen für bestehende Wettbewerbsausnahmen kritisch
zu hinterfragen.
Das Forschungsprojekt umfasst acht Unterprojekte,
die von europäischen Wissenschaftlern bearbeitet wurden und
sich mit unterschiedlichen Aspekten des Forschungsthemas beschäftigten.
Nach Abschluss der Forschungsarbeiten wurden die Ergebnisse
auf einer Konferenz präsentiert und diskutiert. Die Forschungsergebnisse
wurden anschließend im Rahmen einer gut verständlichen Buchpublikation
veröffentlicht. Damit wurde ein Nachschlagewerk für Politiker
und interessierte Bürger geschaffen, das zur Auseinandersetzung
mit dem Thema “Wettbewerb” anregen soll.
Das Otto-Wolff-Institut für Wirtschaftsordnung
trug die Verantwortung für die Organisation und wissenschaftliche
Leitung des Projekts. In Zusammenarbeit mit EPPA wählte das
Institut namhafte Autoren aus dem europäischen Raum aus und
verfasste erste Kurzessays, auf deren Grundlage die zur Teilnahme
eingeladenen Wissenschaftler um ihre Beiträge gebeten wurden.
Neben der Koordination der Unterprojekte und der Leitung der
Team-Treffen zur Diskussion der Einzelbeiträge brachten sich
die Mitarbeiter des Otto-Wolff-Instituts auch bei zwei der
acht Unterprojekte als Verfasser in das Forschungsprojekt
ein.
Im ersten Kapitel werden grundsätzliche
Aspekte, die Bedeutung eines wettbewerblich organisierten
Marktes und die daraus resultierenden Vorteile für die Konsumenten
diskutiert. Des weiteren wird auf mögliche privatwirtschaftliche
Wettbewerbseinschränkungen eingegangen, die von Unternehmen
initiiert werden, um den wettbewerbspolitischen Druck, dem
sie sich ausgesetzt sehen, zu verringern. Ebenso werden staatliche
Wettbewerbsverzerrungen – z. B. durch nationale Subventionszahlungen
– und deren Auswirkungen aufgezeigt. Dabei werden zahlreiche
Beispiele aus der Praxis der europäischen Wettbewerbspolitik
zur Veranschaulichung herangezogen. Konsequenzen dieser Wettbewerbsbeschränkungen
lassen sich unmittelbar auf der Grundlage der in diesem Kapitel
erarbeiteten prinzipiellen Wettbewerbsvorteile beurteilen.
Dieses Kapitel wurde bearbeitet von Prof. Johann Eekhoff und
Dipl.-Volksw. Christiane Moch.
Das zweite Kapitel zeigt die geschichtliche
Entwicklung der Wettbewerbspolitik auf. Die unterschiedlichen
Wettbewerbstheorien lassen sich den zwei groben Denkrichtungen
der ergebnisorientierten Ansätze und der prozessorientierten
Ansätze zuordnen. Dieses Kapitel soll die Implikationen beider
Ansätze für die Wettbewerbspolitik aufzeigen und versuchen,
eine Beurteilung der Europäischen Wettbewerbspolitik anhand
dieser Kategorien vorzunehmen.
Gegenstand des dritten Kapitels ist
die derzeitige Umsetzung des Wettbewerbsrechtes in der Europäischen
Union. Es wird untersucht, ob und inwiefern das derzeitige
Wettbewerbsrecht dazu beiträgt, die Vorteile, die sich aus
einem funktionierenden Wettbewerb ergeben, zu generieren.
Politischer Druck ist häufig die Ursache dafür, dass Entscheidungen
der Wettbewerbskommission den wettbewerblichen Prinzipien
entgegenstehen. Wie kann dieser politische Druck verhindert
werden? Welche Kriterien sollte die Kommission z. B. bei der
Entscheidung für und gegen eine Unternehmensfusion mit einbeziehen?
Für dieses Kapitel konnte Jean-Francois Pons, stellvertretender
Abgeordneter des Generaldirektors der europäischen Wettbewerbskommission,
gewonnen werden.
Im vierten Kapitel diskutieren Prof.
em. Dr. Hermann Albeck, Universität Saarbrücken, und Steffen
J. Roth, Otto-Wolff-Institut für Wirtschaftsordnung, Möglichkeiten
und Grenzen des Wettbewerbs sowie bestehende Wettbewerbsbeschränkungen
auf dem Arbeitsmarkt. Begriffe wie “Lohndumping” und “Sozialdumping”
schüren die Angst vor einem wettbewerblich organisierten Arbeitsmarkt.
Folglich wird Wettbewerb in diesem Bereich von staatlicher
Seite durch zahlreiche Regulierungen eingeschränkt oder verhindert.
Als Beispiel auf Europäischer Ebene sei die Entsenderichtlinie
genannt, die Unternehmen verpflichtet, ihren in ein anderes
europäisches Land entsandten Arbeitskräften mindestens den
ortsüblichen Lohn (und eventuelle Sozialleistungen) zu zahlen.
In diesem Kapitel sollen die Konsequenzen derartiger Regulierungsmaßnahmen
aufgezeigt, gleichzeitig Möglichkeiten zur Deregulierung und
die daraus resultierenden Vorteile dargelegt werden.
Das fünfte Kapitel untersucht Wettbewerbsaspekte
im Gesundheitssektor. Ein Überdenken der vermeintlichen Notwendigkeit
eines Ausnahmebereichs “Gesundheit” aus dem Wettbewerb scheint
aufgrund der verkrusteten Strukturen und der anstehenden Reformen
aufgrund des demographischen Wandels vielversprechend. Die
Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zeichnen sich jedoch
durch unterschiedliche Gesundheitssysteme aus – während die
Finanzierung in manchen Ländern wie Italien und Spanien durch
Steuern erfolgt, müssen in anderen Ländern entsprechende Versicherungsbeiträge
gezahlt werden, die mit der Einkommenshöhe variieren. Da die
Diskrepanzen auch in der Struktur der Gesundheitssysteme erheblich
sind, geht es in diesem Kapitel in erster Linie darum zu untersuchen,
in welchen Bereichen Wettbewerb möglich ist und sich mit häufig
geäußerten Befürchtungen einer “Entsolidarisierung” oder “Zwei-Klassen-Medizin”
auseinanderzusetzen.
Gegenstand des sechsten Kapitels ist
der Wettbewerb im Transportsektor; dabei wird voraussichtlich
auf Wettbewerbsaspekte und Wettbewerbshemmnisse in einem spezifischen
Sektor, z. B. Straßen-, Luft- oder Schienenverkehr eingegangen.
Vielen Sektoren ist gemein, dass zahlreiche nationale Rechtsbestimmungen
und Steuervorschriften einen uneingeschränkten Wettbewerb
innerhalb Europas verhindern. Als Beispiel sei die unterschiedliche
Finanzierung von Autobahnen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen
Union genannt. Autor dieses Kapitels ist Arthur Gleijm.
Im siebten Kapitel setzt sich Dr.
Gerd Brunekreeft, PD an der Universität Cambridge, mit
Wettbewerb im Energiesektor auseinander und konzentriert sich
dabei im wesentlichen auf den Wettbewerb in der Produktion
von Elektrizität; am Rande wird Wettbewerb im Bereich des
Verkaufs von Elektrizität behandelt. Erfahrungen zeigen, dass
Wettbewerb in der Produktion von Elektrizität zu hohen Kostenersparnissen
und niedrigen Preisen führt. Aufgrund von hohen Markteintrittsschranken
und volatilen Preisen ist jedoch die Gefahr hoch, dass es
in diesem Bereich zu hoher Marktkonzentration kommt und der
Wettbewerb eingeschränkt wird. Staatliche Wettbewerbskontrollen
und insbesondere eine Verbesserung und Förderung des grenzüberschreitenden
Handels – der aufgrund institutioneller Regelungen und aufgrund
von Kapazitätsbeschränkungen derzeit nur bedingt möglich ist
– könnten dies jedoch verhindern.
Abschließend wird im achten
Kapitel diskutiert, ob und inwieweit der Bereich der bislang
dem Staat vorbehaltenen Versorgungsleistungen liberalisiert
werden soll und kann. Die Liberalisierung dieses Bereiches,
den die Europäische Union allgemein mit dem Begriff “SGEI”
(Services of general economic interest) bezeichnet, birgt
ökonomische Effizienzvorteile. Inwieweit sind Befürchtungen
einer Untervorsorgung mit öffentlichen Gütern im Zuge einer
regulierten Liberalisierung berechtigt? Verantwortlich für
dieses Kapitel ist Prof.
Phedon Nicolaides, Professor am European Institute for
Public Administration (EIPA) in Maastricht. |